Unsere Verlobung

Mit der Entstehungsgeschichte meines Brautkleides habe ich bereits begonnen Euch einen Einblick in unsere Hochzeitsplanung und deren Ablauf zu gewähren. Am Anfang dieser zweijährigen Planungsphase stand jedoch unsere Verlobung, die für mich nicht hätte schöner sein können.

Bereits in meinen vorhergehenden Beiträgen habe ich immer wieder davon erzählt, wie viel wir beide hier auf Gut Altholz eingespannt sind. Auch in unserer gemeinsamen Zeit in München – ihr müsst wissen, dass wir zwei Jahre zusammen dort in einer Wohnung gelebt haben – war besonders Klaus‘ Arbeit bei der Kuffler Gastronomie Gruppe sehr fordernd. Dementsprechend haben wir uns beide auf unseren kleinen Österreich Trip im März 2015 gefreut.

Unsere Reise führte uns als erstes nach Wien. Eine wunderbare Stadt! So elegant, voller Geschichte und Kultur. Wir haben die verschiedensten Museen besucht, waren gemeinsam shoppen und haben die Zeit zu zweit in alten Caféhäusern genossen. Ich hoffe wir haben bald die Möglichkeit in den Sommermonaten wieder nach Wien zu fahren, denn wir haben uns in diese Stadt verliebt!

Nach drei spannenden Tagen und viel Sightseeing sollte der entspanntere Teil unseres Urlaubs beginnen. Er führte uns zum ca. eine Stunde von Wien entfernten Mailberg, welches von unzähligen Weinbergen umgeben ist. Das Schloss, in welchem wir auch übernachtet haben, stellt den ältesten Besitz des Malteser Ritter Ordens dar und beherbergt dementsprechend eine lange Geschichte. Bereits im Vorhinein haben wir eine Führung organisiert, die wir dann ganz im privaten bekamen. Wir waren nämlich an diesem Tag die einzigen Gäste im Schloss! Ein wenig gruslig war das schon, aber dafür umso romantischer.

Nach der interessanten Führung, einer kleinen Weinverkostung im hauseigenen Weinkeller und dem Beziehen unserer Zimmer, gingen wir ins Schlossrestaurant. Und wer hätte es geglaubt, auch dort waren wir allein. Klaus bekam ein Lachsfilet aus einer Holzkiste, die erst vor seinen Augen geöffnet wurde und ich hatte ein auf den Punkt gegartes Steak. Wir hatten schon lange nicht mehr so köstlich gegessen wie dort. Dieser Abend war so schön und harmonisch, der perfekte Abend für einen Antrag….

Viele haben mich im Nachhinein gefragt, ob ich geahnt habe, dass Klaus die Frage der Fragen stellen würde. Ich bin ehrlich zu Euch: Ja, ich habe es geahnt. Mein wunderbarer Ehemann hat unzählige wunderbare Eigenschaften, aber ein Geheimnis zu hüten, das ihn selbst vor Freude fast um den Verstand bringt, schafft er selten. Es waren so kleine Bemerkungen in den Wochen vor unserem Urlaub, die eine Ahnung in mir geweckt haben.

Es fühlte sich alles so richtig an, dass ich wirklich davon ausging, er würde mich jeden Moment fragen. Nach dem Abendessen gingen wir noch ein paar Schritte im Innenhof des Schlosses und betrachteten den Sternenhimmel. Irgendwann kehrten wir in unser Zimmer zurück – kein Antrag! Ich würde nicht behaupten, dass ich enttäuscht war. Aber gelacht habe ich schon über mich selbst, dass ich mir wirklich so viele Gedanken gemacht hatte.

Am nächsten Morgen machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang und fuhren dann weiter zu unserem letzten Zielort, St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut. Das Landhaus zu Appesbach hatte es uns schon im Internet unglaublich angetan und auch wenn wir von dem privaten Seezugang nicht hätten profitieren können, so haben wir uns wenigstens auf die Ruhe dort gefreut. Die Ruhe haben wir auch wirklich gefunden, denn nachdem wir am ersten Tag nach der Winterpause dort anreisten, waren wir wieder die einzigen Gäste.

Mit dem Wetter hatten wir auf unserer Reise wirklich Glück. Es war zwar typisch für den März recht kalt, dennoch schien durchgehend die Sonne. Um diese weiter auszunutzen wollten wir unser Gepäck schnell ins Zimmer bringen und dann am See einen Spaziergang machen. Als ich aber aus dem Fenster blickte, war ich mehr als schockiert – es schneite! Aber nicht nur ein wenig, sondern innerhalb von Minuten war ein riesiger Schneesturm entstanden, sodass man nicht mehr als 1-2 Meter Sichtweite hatte. Wir mussten also umplanen und entschieden uns der Kälte zu entfliehen und stattdessen in die Hotelsauna zu gehen.

Als ich nach unserer Rückkehr aus dem Wellnessbereich im Bademantel das Bad verließ, kniete sich Klaus plötzlich vor mich hin und holte eine kleine rote Schachtel hervor. Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht mehr wirklich reproduzieren, was er in diesem für mich einzigartigen Moment gesagt hat. Es waren so viele Gefühle und Emotionen, die mich in diesem Moment durchströmt haben, außerdem soll ja auch noch ein kleiner Teil unser Geheimnis bleiben. Was ich aber fest entschlossen hier wiedergeben kann, ist mein „Ja“, unsere Tränen und unsere Freude. (Übrigens habe ich Ja gesagt, bevor ich meinen Ring überhaupt gesehen habe! Danach bin ich aber auch fast umgefallen, weil er mich so entzückt hat.)

Nachdem wir uns umgezogen hatten, sind wir dann zum Essen ins Sterne-Restaurant (!) des Hotels gegangen, wo wir wie die Könige behandelt wurden – wir waren ja auch erneut die einzigen Gäste! Es gab ein unglaubliches Menü und wir konnten in Ruhe diesen Moment für uns genießen.

Rückblickend muss ich sagen, wie froh ich bin, dass Klaus diesen Abend gewählt hat. Es kam nicht nur komplett überraschend für mich, sondern in seiner Imperfektion war es genau perfekt für uns. Eigentlich hatte Klaus nämlich den romantischsten Antrag am See in beeindruckender Kulisse für mich geplant. Am Ende war es ein Schneesturm, der uns den Weg für diesen unvergesslichen Moment im Bademantel bereitet hat. Manchmal braucht es eben gar kein großes Tamtam (nichts gegen aufwändige Heiratsanträge, da hätte ich natürlich auch nicht Nein gesagt), sondern die Intimität des Augenblicks, in dem man sich komplett und mit all seinen Gefühlen dem anderen hingeben kann!

4 Kommentare zu „Unsere Verlobung

  1. Welch wundervolle und romantische Verlobung! Der Wolfgangsee ist auch einfach ein Traum…
    Eine Frage: Du trägst so einen wunderbaren Pashmina auf einem Eurer gemeinsamen Fotos – verrätst Du der Bloggemeinde hier, woher Du diesen erworben hast?
    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche
    Marie

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